Brustkrebs > Familie und Alltag

1. Das Wichtigste in Kürze

Wenn bei einer Frau Brustkrebs diagnostiziert wird, wirkt sich dies stark auf Familie und Partnerschaft aus. Paare sollten miteinander über ihre Ängste, Unsicherheiten und Gefühle reden. Ist die Brustkrebs-Erkrankung überstanden, sprechen in der Regel keine medizinischen Gründe gegen eine Schwangerschaft. Für die Betreuung von Kindern in schweren Krankheitsphasen gibt es verschiedene Hilfen. Wichtige Themen im Alltag mit und nach Brustkrebs sind z.B. Mobilität, Autofahren, Ernährung, Bewegung, Sport und Urlaub.

2. Partnerschaft und Sexualität

Nach der Diagnose und während der Behandlung von Brustkrebs kann die Lust auf Sexualität aufgrund von Zukunftsängsten gemindert sein. Dennoch sind körperliche Nähe und Verbundenheit wichtig für die psychische Gesundheit und unterstützen die Genesung. Körperliche und psychische Veränderungen können Ängste und das Bedürfnis nach Nähe beeinflussen. Offene Kommunikation über Ängste und Wünsche ist entscheidend, um gegenseitiges Verständnis zu fördern. Antihormonelle Behandlungen können Wechseljahresbeschwerden verursachen, daher ist es wichtig, mit dem Partner und dem Frauenarzt darüber zu sprechen, da diese Beschwerden oft gut behandelbar sind. Es ist wichtig, sich Zeit zu nehmen und sich nicht zu überfordern. Wenn Gefühle ernst genommen und mit dem Partner geteilt werden, kann sich mit der Zeit wieder Normalität und Erfüllung beim Sex einstellen.
Eine schwere Erkrankung kann verschüttete Gefühle wieder an die Oberfläche bringen und Paare näher zusammenbringen. Brustkrebs kann die Partnerschaft belasten, bietet aber auch die Chance, sich auf das Wesentliche zu besinnen und füreinander da zu sein.

2.1. Praxistipps

3. Familie und Schwangerschaft

Eine überstandene Brustkrebs-Erkrankung spricht nicht gegen eine Schwangerschaft. Die Entscheidung für oder gegen ein Kind sollte aus persönlichen Gründen getroffen werden. Es ist jedoch ratsam, nach der Behandlung 1–2 Jahre mit der Familienplanung zu warten und das persönliche Rückfall-Risiko zu berücksichtigen.

Da eine Chemotherapie Eizellen schädigen kann, sollte darüber nachgedacht werden, Eizellen vor Beginn der Therapie einfrieren zu lassen. Weitere Informationen siehe Kryokonservierung > Kostenübernahme.

3.1. Praxistipps

 

4. Entlastung bei der Kinderbetreuung

Für Frauen mit Brustkrebs ist es oft eine Herausforderung, den Alltag zu bewältigen und gleichzeitig für ihre Kinder zu sorgen. Unter den folgenden Links finden Sie allgemeine Hilfen und Entlastungsmöglichkeiten bei der Kinderbetreuung:

Schwierig ist für viele Eltern die Frage, ob und wie sie die Kinder über die Erkrankung informieren. Nähere Informationen unter Kinder krebskranker Eltern.
Speziell für Kinder und Jugendliche, deren Mütter von Brustkrebs betroffen sind, bietet die Internet-Plattform www.pink-kids.de Informationen über Brustkrebs, Hilfestellungen und die Möglichkeit mit anderen Jugendlichen zu kommunizieren.

5. Mobilität und Autofahren

Brustkrebs und Brustkrebstherapie können zu Einschränkungen in der Mobilität und beim Autofahren führen. Allgemeine Informationen finden Sie unter:

6. Ernährung

Eine gesunde Ernährung kann die Krebstherapie unterstützen und das Wohlbefinden fördern. Frauen mit Brustkrebs sollten sich ausgewogen und abwechslungsreich ernähren. Eine ballaststoffreiche Ernährung kann das Risiko einer erneuten Brustkrebserkrankung senken. Informationen zum Thema "Ernährung bei Krebs" bietet der Krebsinformationsdienst unter www.krebsinformationsdienst.de > Leben mit Krebs > Alltag mit Krebs > Ernährung sowie der Verein Mamazone e.V. unter www.mamazone.de > Leben mit Brustkrebs > Ernährung.

Eine Ernährungsberatung unterstützt Betroffene bei einer ausgewogenen, gesundheitsfördernden Ernährung und basiert auf wissenschaftlichen Empfehlungen. Die Kosten können von der Krankenkasse übernommen werden.

Bei schweren Verläufen einer Brustkrebserkrankung oder dem Vorliegen besonderer Umstände kann bei Empfängerinnen von Sozialhilfe oder Grundsicherung für Arbeitssuchende ein Mehrbedarf bei kostenaufwändiger Ernährung entstehen.

7. Bewegung, Sport und Urlaub

Frauen mit Brustkrebs können in den meisten Fällen Sport treiben, auch wenn sie erst nach der Erkrankung damit beginnen möchten. Vorher sollten sie sich ärztlich untersuchen und beraten lassen. Studien zeigen, dass Sport während der Chemo- und Strahlentherapie Depressionen, Angst und Müdigkeit reduziert und später gegen Fatigue hilft. Einschränkungen wie Gleichgewichtsstörungen sollten berücksichtigt werden.

Empfohlen werden täglich 30 Minuten Bewegung oder 3-mal pro Woche 60 Minuten, angepasst an den Gesundheitszustand. Krafttraining kann den Muskelaufbau fördern. Sport verbessert auch in der Nachsorge die Heilungschancen, indem er das Immunsystem stärkt.

Geeignete Sportarten sind Schwimmen, Gymnastik, Tanzen, Wandern, Walking, Yoga, Joggen und Fahrradfahren. Sportarten, die das Schultergelenk belasten, wie Mountainbiken, Rudern oder Tennis, sind weniger geeignet. Krebsnachsorgesport kann unter Anleitung durch Physiotherapie und ärztlicher Betreuung durchgeführt werden und als Reha-Sport und Funktionstraining verordnet werden.

Ein Urlaub ist vor, während oder nach der Therapie möglich, sollte aber mit dem Arzt abgesprochen werden. Wichtig sind die medizinische Versorgung am Reiseziel und die richtige Lagerung von Medikamenten. Bei Flugreisen sollten Vorsorgemaßnahmen gegen Thrombosen und Lymphödeme getroffen werden und Medikamente im Handgepäck mitgeführt werden. Krebspatientinnen, die krankgeschrieben sind, sollten vor ihrem Urlaubsantritt neben der Beratung durch den behandelnden Arzt ggf. Rücksprache mit der Krankenkasse und dem Arbeitgeber halten.

7.1. Praxistipps

  • Informationen zu wichtigen Themen für den Alltag während und nach einer Brustkrebserkrankung finden Sie beim mamazone – Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e. V. unter www.mamazone.de > Leben mit Brustkrebs.
  • Kostenlose Informationsbroschüren zu verschiedenen Themen rund um Krebs können Sie beim Frauenselbsthilfe Krebs – Bundesverband e. V. erhalten. Diese Broschüren bieten Orientierungshilfen und sind speziell für Betroffene gedacht. Sie können die Broschüren entweder als PDF herunterladen oder als gedruckte Exemplare bestellen unter www.frauenselbsthilfe.de > Medien > Broschüren/Orientierungshilfen.

 

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Letzte Bearbeitung: 28.03.2025

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