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Begleitperson

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Im Sinne der Krankenversicherung ist eine Begleitperson eine Person, die für einen Patienten, egal ob Kind oder Erwachsener, in einer Klinik oder während der Kur ständig anwesend ist. Die Mitaufnahme dieser Begleitperson wird von der Krankenkasse bezahlt, wenn sie notwendig ist.

 

2. Voraussetzungzum Inhaltsverzeichnis

Die Mitaufnahme einer Begleitperson während einer stationären Behandlung wird von der Krankenkasse bezahlt, wenn sie aus medizinischen und therapeutischen Gründen notwendig ist (§ 11 Abs. 3 SGB V). In Einzelfällen tritt die Krankenhilfe des Sozialhilfeträgers für die Kosten ein.

 

Zwingende medizinische Gründe sind:

  • Gefährdung der Durchführung medizinisch notwendiger Leistungen, z.B. bei Trennung des Kindes von der Bezugsperson.
  • Ständiger Betreuungsbedarf des rehabedürftigen Patienten wegen schwerer Behinderung, der nicht von der Reha-Einrichtung geleistet werden kann.
  • Die Begleitperson soll therapeutische Verfahren, Verfahrensregeln und/oder die Nutzung technischer Hilfen einüben. Allerdings zahlt die Krankenkasse die Mitaufnahme dieser Begleitperson nur dann, wenn diese Schulung nicht am Wohnort der Begleitperson möglich ist. Die Zeit für die Einübung und Anleitung der Begleitperson kann kürzer sein als die Reha des Patienten.

 

Die Begleitperson muss nicht mit dem Patient verwandt sein, allein entscheidend ist die Notwendigkeit aus medizinischen Gründen.

 

Eine vom Patienten angestellte und vertraute Pflegekraft kann ebenfalls Begleitperson sein, wodurch die Kontinuität der Pflege sichergestellt werden soll. Der Verdienst der Pflegekraft wird von der Krankenkasse nicht übernommen.

 

3. Kostenzum Inhaltsverzeichnis

Der Begleitperson entstehen keine zusätzlichen Kosten. Die Kosten der Mitaufnahme werden von der Krankenkasse mit Zahlung des allgemeinen Pflegesatzes abgegolten. Für die Kostenübernahme erforderlich ist die Bestätigung des Krankenhausarztes über die medizinische und therapeutische Notwendigkeit der Mitaufnahme bzw. die Bestätigung der Kureinrichtung über den günstigen Einfluss auf den Kurverlauf.

 

4. Fahrtenzum Inhaltsverzeichnis

Ist eine Mitaufnahme der Begleitperson aus familiären, psychologischen, räumlichen oder sonstigen Umständen nicht möglich, kann die Kasse die Kosten für die täglichen Fahrten für eine Person anstelle der Mitaufnahme erstatten. Auch hier ist ein ärztliches Zeugnis notwendig.

 

Die Krankenkasse kann Nebenkosten wie Reisekosten übernehmen.

Anspruch auf Haushaltshilfe besteht bei Mitaufnahme der haushaltsführenden Person als Begleitperson ins Krankenhaus (Grundsatzurteil des BSG vom 23.11.1995). Zudem müssen die weiteren Voraussetzungen für eine Haushaltshilfe vorliegen.

 

5. Praxistippzum Inhaltsverzeichnis

  • Für die Begleitperson eines Kindes kann die Krankenkasse auch den Lohnausfall für die notwendige, zeitlich nicht begrenzte Dauer übernehmen - analog zum Kinderpflege-Krankengeld. Für diese Leistung besteht keine gesetzliche Grundlage, daher kann sie nicht über das Sozialgericht eingeklagt werden. Die Antragstellung ist aber trotzdem unbedingt zu empfehlen.
  • Auch im Sinne der Rentenversicherung gibt es eine Begleitperson. Näheres dazu unter Kinderheilbehandlung.

 

6. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Krankenkassen oder das Sozialamt.

 

7. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Kinder im Krankenhaus

Krankenhausbehandlung

Kinderheilbehandlung

Merkzeichen B

 

Gesetzesquelle(n) 

(§ 11 Abs. 3 SGB V)

 

Letzte Aktualisierung am 14.10.2014   Redakteur/in: Sabine Bayer

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