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Altersrente für schwerbehinderte Menschen

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Schwerbehinderte Menschen können Altersrente früher beantragen als nicht behinderte. Unter bestimmten Voraussetzungen kann vor dieser früheren Rente sogar noch eine vorgezogene Altersrente beantragt werden, allerdings mit Abschlägen von bis zu 10,8 %.

Die Altersgrenze für eine abschlagfreie Rente wird seit 2015 schrittweise von 63 auf 65 Jahre angehoben. Die Altersgrenze für die vorgezogene Rente wird seit 2012 von 60 auf 62 Jahre angehoben.

Zu beachten ist, dass der Rentenanspruch auch weiter besteht, wenn während des Bezugs der Rente die Schwerbehinderung aufgehoben wird.

 

2. Abschlagfreie Rente bei Schwerbehinderung zum Inhaltsverzeichnis

Anspruch auf abschlagfreie Altersrente haben Menschen, die

  • die Wartezeit (= Mindestversicherungszeit) von 35 Jahren erfüllt haben
    und
  • anerkannt schwerbehindert (Grad der Behinderung mindestens 50) sind
    und
  • die jeweilige Altersgrenze für ihren Jahrgang erreicht haben.

 

Bei Jahrgängen bis 1951 lag die Rentenaltersgrenze bei 63 Jahren.

Die Altersgrenze für den Geburtsjahrgang 1952 erhöht sich mit steigendem Geburtsmonat: Bei 1953 Geborenen beträgt die Grenze 63 Jahre und 7 Monate.

Eine detaillierte Übersicht über den möglichen Rentenbeginn der Jahrgänge 1952 bis 1963 gibt § 236 a SGB VI: externer Linkwww.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__236a.html. Dort stehen unter der Tabelle zudem die Voraussetzungen, wann die Altersgrenzen nicht angehoben werden/wurden.

 

Aus Vertrauensschutzgründen besteht weiterhin Anspruch auf Rente ab 63 Jahren für schwerbehinderte Menschen, die

  • die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt haben
    und
  • am 1.1.2007 anerkannt schwerbehindert (Grad der Behinderung mindestens 50) waren und
    • vor 1955 geboren wurden und vor dem 1.1.2007 Altersteilzeit vereinbart haben oder
    • Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus bezogen haben.

 

3. Rente bei Schwerbehinderung mit Abschlägenzum Inhaltsverzeichnis

Altersrente für schwerbehinderte Menschen kann bereits vor der Altersgrenze beantragt werden. Dabei gelten die gleichen Voraussetzungen wie für die abschlagfreie Rente.

Auch hier erhöht sich die Altersgrenze mit steigendem Geburtsmonat oder -jahr. Bei 1956 Geborenen beträgt die Grenze 60 Jahre und 10 Monate.

Die vorgezogene Altersrente für schwerbehinderte Menschen ist niedriger als die abschlagfreie Rente. Für jeden Monat, den die Rente vor der Altersgrenze bezogen wird, wird die Rente um je 0,3 % gekürzt.

Diese Rentenkürzung ist dauerhaft, d.h. sie fällt mit dem Erreichen der Altersgrenze nicht weg und führt nach dem Tod des Versicherten auch zu einer Kürzung der Hinterbliebenenrente.

 

Vorgezogene Monate vor der Altersgrenze

Dauerhafte Kürzung der Rente um

1 Monat

0,3 %

2 Monate

0,6 %

3 Monate

0,9 %

4 Monate

1,2 %

...

...

33 Monate

9,9 %

34 Monate

10,2 %

35 Monate

10,5 %

36 Monate

10,8 %

 

Bei Jahrgängen bis 1951 lag die vorgezogene Altersgrenze bei 60 Jahren.

 

4. Hinzuverdienstzum Inhaltsverzeichnis

Wer die Altersgrenze für den normalen Rentenbeginn erreicht hat, kann unbegrenzt hinzuverdienen.

Bei der vorgezogenen Altersrente beträgt die Hinzuverdienstgrenze 450,- € monatlich. Zwei Monate im Jahr dürfen bis zu 900,- € hinzuverdient werden ("doppelte Hinzuverdienstgrenze", § 34 Abs. 2 SGB VI). Bei Überschreiten dieser Hinzuverdienstgrenze kann es zu Rentenkürzungen bzw. zum Wegfall der Rente kommen. 

 

5. Praxistippszum Inhaltsverzeichnis

  • Der Antrag sollte ca. 3 Monate vor dem gewünschten Rentenbeginn gestellt werden. Antragsformulare gibt es bei den Rentenversicherungsträgern und den Stadt- und Gemeindeverwaltungen.
  • Wenn die Rente später als 3 Monate nach Ablauf des Monats, in dem die Rentenvoraussetzungen erfüllt werden, beantragt wird, beginnen die Zahlungen erst im Monat der Antragstellung.
  • Der Rentenanspruch besteht auch weiter, wenn während des Bezugs der Rente die Schwerbehinderung wieder aufgehoben wird.

 

6. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Auskünfte und Beratungsstellen vor Ort vermitteln die Rentenversicherungsträger, die auch individuelle Rentenberechnungen vornehmen.

 

7. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Erwerbsminderungsrente 

Behinderung

Rente

Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit

Altersrente für besonders langjährig Versicherte

Rente > Kindererziehungszeiten

 

Gesetzesquelle(n) 

(§§ 37, 236 a SGB VI)

 

Letzte Aktualisierung am 30.03.2017   Redakteur/in: Maria Kästle

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