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Altersrente für Schwerbehinderte

 

1. Das Wichtigste in Kürze zum Inhaltsverzeichnis

Schwerbehinderte können unter bestimmten Voraussetzungen bereits ab 63 Jahren in Rente gehen, wenn sie 35 Rentenversicherungsjahre vorweisen können. Zudem können sie ab 60 Jahren eine vorgezogene "Altersrente für schwerbehinderte Menschen" beantragen, allerdings mit Abschlägen bis zu 10,8 %.

Die Altersgrenze für eine abschlagfreie Rente wird ab 2015 schrittweise von 63 auf 65 Jahre angehoben, die Altersgrenze für die vorgezogene Rente wird seit 2012 von 60 auf 62 Jahre angehoben.

Zu beachten ist, dass der Rentenanspruch auch weiter besteht, wenn während des Bezugs der Rente die Schwerbehinderung aufgehoben wird.

 

2. Geburtsjahrgänge bis Ende 1951zum Inhaltsverzeichnis

 

2.1. Rente ab 63

Anspruch auf abschlagfreie Altersrente ab dem vollendeten 63. Lebensjahr, haben Menschen, die

  • die Wartezeit (= Mindestversicherungszeit) von 35 Jahren erfüllt haben
    und
  • anerkannt schwerbehindert (Grad der Behinderung mindestens 50) sind
    oder
    vor dem 1.1.1951 geboren wurden und bei Beginn des Altersrente berufs- oder erwerbsunfähig nach dem am 31.12.2000 geltenden Recht waren.

 

Aus Vertrauensschutzgründen besteht weiterhin Anspruch auf Rente ab 63 Jahren für Schwerbehinderte, die

  • die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt haben
    und
  • am 1.1.2007 anerkannt schwerbehindert (Grad der Behinderung mindestens 50) waren und
    • vor 1955 geboren wurden und vor dem 1.1.2007 Altersteilzeit vereinbart haben oder
    • vor dem 1.1.1964 geboren und Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus bezogen haben

 

2.2. Rentenabschläge bei Rente ab 60

Bereits ab dem 60. Geburtstag kann Altersrente für Schwerbehinderte beantragt werden. Dabei gelten die gleichen Voraussetzungen wie für die Rente ab 63 Jahren.

Die vorgezogene Altersrente für Schwerbehinderte ist aber niedriger als die Rente ab 63 Jahren. Für jeden Monat, den die Rente vor den 63. Geburtstag vorgezogen wird, wird die Rente um je 0,3 % gekürzt. Diese Rentenkürzung ist dauerhaft, d.h. sie fällt mit dem Erreichen der Altersgrenze nicht weg und führt nach dem Tod des Versicherten auch zu einer Kürzung der Hinterbliebenenrente.

 

Vorgezogene Monate vor dem 63. Geburtstag

Dauerhafte Kürzung der Rente um

1 Monat

0,3 %

2 Monate

0,6 %

3 Monate

0,9 %

4 Monate

1,2 %

...

...

33 Monate

9,9 %

34 Monate

10,2 %

35 Monate

10,5 %

36 Monate

10,8 %

 

Versicherte, die vor dem 17.11.1950 geboren wurden und am 16.11.2000 bereits schwerbehindert bzw. berufs- oder erwerbsunfähig waren, genießen Vertrauensschutz, d.h.: Sie können die Altersrente für Schwerbehinderte nach Vollendung des 60. Lebensjahres ohne Rentenabschläge in Anspruch nehmen.

 

3. Geburtsjahrgänge ab 1952 zum Inhaltsverzeichnis

Ab 2015 wird die Altersgrenze für eine abschlagfreie Altersrente für Schwerbehinderte beginnend mit dem Geburtsjahrgang 1952 schrittweise von 63 auf 65 Jahre angehoben. Seit 2012 wird die Altersgrenze für die vorzeitige Inanspruchnahme dieser Rente von 60 auf 62 Jahre angehoben. Diese Altersgrenze liegt 2014 bei 60 Jahren und 8 Monaten. Für die Rentenabschläge pro vorgezogenem Monat gilt die Tabelle oben.

Eine detaillierte Übersicht über den möglichen Rentenbeginn der Jahrgänge 1952 bis 1963 gibt § 236 a SGB VI: externer Linkwww.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__236a.html.

Für Jahrgänge ab 1964 liegt die Altergrenze bei 65 Jahren bzw. vorgezogen bei 62 Jahren.

 

4. Hinzuverdienstzum Inhaltsverzeichnis

Wer die Altergrenze für den normalen Rentenbeginn erreicht hat, kann unbegrenzt hinzuverdienen.

Bei der vorgezogenen Altersrente beträgt die Hinzuverdienstgrenze 450,- € monatlich. Zwei Monate im Jahr dürfen bis zu 900,- € hinzuverdient werden ("doppelte Hinzuverdienstgrenze"). Bei Überschreiten dieser Hinzuverdienstgrenze kann es zu Rentenkürzungen bzw. zum Wegfall der Rente kommen. 

 

5. Praxistippszum Inhaltsverzeichnis

  • Der Antrag sollte innerhalb von 3 Monaten nach Ablauf des Monats, in dem die Rentenvoraussetzungen erfüllt werden, gestellt werden. Ansonsten wird Geld verschenkt. Antragsformulare gibt es bei den Rentenversicherungsträgern und den Stadt- und Gemeindeverwaltungen.
  • Der Rentenanspruch besteht auch weiter, wenn während des Bezugs der Rente die Schwerbehinderung wieder aufgehoben wird.

 

6. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Auskünfte und Beratungsstellen vor Ort vermitteln die Rentenversicherungsträger, die auch individuelle Rentenberechnungen vornehmen.

 

7. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Behinderung

Rente

Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit

Altersrente für besonders langjährig Versicherte

Rente > Kindererziehungszeiten

 

Gesetzesquelle(n) 

(§§ 37, 236 a SGB VI)

 

Letzte Aktualisierung am 29.07.2014   Redakteur/in: Maria Kästle

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